Logo_Comenius_2013_162
Siegel_bild_150
sor10
Praeventionssiegel_WEB_12-13

 

Bericht der Lehrer über die erste Comenius Reise der THS nach Spanien vom 23.10. - 28.10.2012


23/24 Oktober 2012


Morgens waren wir noch in der Schule und 10 h später landeten wir in Spanien, am Flughafen in Madrid. Dort wurden wir von den spanischen Lehrern direkt am Flughafen sehr herzlich begrüßt. Sie waren extra 4 h gefahren, um uns persönlich in Empfang zu nehmen. Im Bus dann begrüßten uns die schon mittags angereisten Italiener mit Beifall. Einige blonde Damen hatten sie in Begeisterung versetzt. Nun mussten wir nur noch die Schotten am anderen Terminal abholen und dann ging es los, 4 ½ h Busfahrt nach Südspanien, nach Villafranca de Los Barros. Schon auf der Fahrt wurde trotz später Stunde viel gelacht und jeder versuchte sich so gut es ging, auf Englisch mit den anderen Nationalitäten zu verständigen.

Die Schüler saßen alle hinten im Bus und verstanden sich auf Anhieb großartig. Tatsächlich wurde zeitweise sogar gesungen! Irgendwann dann fiel auch der letzte in tiefen Schlaf und gegen 4.30 Uhr morgens kamen wir in Villa Franca an. Dort standen die Gasteltern unserer Schüler, absolut munter und freundlich und nahmen ihre Gastkinder sehr herzlich in Empfang. Die Lehrer checkten im Hotel ein und trafen sich am nächsten Morgen um 11.30 wieder, zur ersten Arbeitsrunde. Überraschung: Die spanischen Kollegen fuhren uns mit ihren Autos zu einem netten Cafe und wir bekamen Kaffe und Unmengen von leckerem Gebäck. Das ist in Spanien ein typisches Frühstück, wie auch einige Schüler später verwundert bemerkten. Keine Nutella aber Kuchen und Kekse. Und der größte Schock: Es regnete, das ist in dieser Gegend von Spanien wohl sehr selten. Und dabei hatten einige von uns ihre schicksten Sommersachen mit.

Mittags war ein Empfang in der Schulaula, dort trafen wir unsere Schüler wieder. Diese saßen bei ihren Partnerschülern und schienen sich sehr wohl zu fühlen. Es folgte eine filmische Präsentation über die Schule, die Lehrer, Aktivitäten und natürlich Villafranca. Jeder von uns bekam eine Touristennotfalltasche, mit Ortsplänen und vielen Infos über lokalen Attraktionen. Schließlich wurden unsere Schüler in praktischer Chemie unterrichtet und die Lehrer hatten Informatikunterricht. Das war sehr spannend, denn der Info Lehrer konnte kaum Englisch und musste für Lehrer aus drei verschiedenen Ländern alles übersetzen lassen. Wir bekamen einen schicken USB Stick und ein tolles Programm, um auch immer problemlos über unsere Reisen im Rahmen des Comenius Projektes berichten zu können. Übrigens: Wir durften im Computerraum trinken! Das wäre an der THS nicht erlaubt.

Schon war es Zeit zum Mittagessen. Im Keller des Hotels durften wir spanische Köstlichkeiten probieren, das war sehr abenteuerlich. Nicht jeder bekam das, was er dachte, das er bestellt hätte. Und dabei hatte der Wirt extra alles in 3 ! Sprachen frei übersetzt. Spät nachmittags dann folgte die nächste Arbeitsphase für Lehrer und schließlich durften wir unseren Schülern zusehen, die eifrig Logos für unser Projekt kreierten.

Der Abend wurde noch richtig spannend: Wir sollten den Bürgermeister treffen, und es gab Gerüchte, dass das spanische Fernsehen dabei sein würde. Also machte sich jeder sehr schick, und wurde prompt vom Blitzlichtgewitter der Presse überrumpelt, als wir das Rathaus betraten. Wie man auf den Bildern sehen kann, ist der Rathaussaal beeindruckend, es sah aus wie im europäischen Parlament, mit dem Podium und all den Fahnen. Uns wurde mitgeteilt, dass jedes Land eine Rede halten sollte – Entsetzen machte sich in unseren Gesichtern breit, das hatten wir nicht erwartet. Gerettet wurden wir von Sanja, der schottischen Koordinatorin, die lächelnd eine wunderbare Rede hielt, die dann auch simultan ins Spanische übersetzt wurde. Der Bürgermeister redete besonders lange und eindringlich und der Übersetzer, ein Schüler, war ganz schön am Schwitzen. Anschließend durften wir noch in das Allerheiligste, das Büro des Bürgermeisters, mit antiken Möbeln und vielen glänzenden Auszeichnungen. Dort bekamen wir noch eine extra Rede und ein kleines Geschenk, einen goldenen Anstecker mit Noten. Die sind wohl ein Kennzeichen von Villafranca, auch wenn einige von uns erst meinten, das wäre wohl der Wein … aber dazu später mehr.

Gegen 21.30 ging es dann endlich zum Abendessen, in eine alte Mühle, die wunderbar restauriert wurde. Ein Rundgang durch die Bibliothek und eine Galerie folgten. Dort bekamen wir wahnsinnig leckeres Essen, unglaublich aber wahr, es waren mindestens 10 Gänge. Die Stimmung war gut und unsere unterschiedlichen Sprachen überhaupt kein Problem mehr, jeder verlor seine Hemmungen und konnte plötzlich fast fließend Englisch.

Ziemlich spät ging es dann ins Bett – gleiches galt wohl auch für die Schüler. Interessant: Die Gasteltern gingen mit ihren Kindern und unseren Schülern zusammen aus, um immer alles im Blick zu behalten. Und wie in Deutschland auch, müssen um Mitternacht alle 14 jährigen gut beaufsichtigt zu Hause sein.
 

25 Oktober 2012


Früh morgens um 8.30 Uhr ging es los nach Cáceres, einer alten spanischen Stadt, 25 v. Chr. von den Römern gegründet. Es ist die Hauptstadt der Provinz Cáceres. Hier erlebten wir eine aufregende Führung in englischer Sprache durch die Altstadt und folgten unserem Touristenführer durch viele enge Gänge. Wir sahen viele „important towers“ und sogar einen in Gold. Was die Schüler wohl am meisten beeindruckt hat, ist die Ausstellung mit den mittelalterlich gekleideten Osterpriestern, die mit ihren spitzen Hüten und langen Gewändern sehr unheimlich aussahen. Zu Ostern gibt es in Cáceres eine alljährliche Prozession, die diese Tradition aufleben lässt.

Schließlich war es Zeit zum Mittagessen, und unsere Schüler waren froh über ein bisschen Freizeit zum Erkunden der Stadt. Leider war aber von 14.00 bis 17.30 Uhr Siesta und nur die Restaurants hatten auf. Unsere Schüler hatten alle riesige Lunchpakete von ihren Familien bekommen und wir Lehrer waren ein bisschen neidisch. Sogar Taschengeld hatten einige Schüler von den Gasteltern erhalten. Man verbrachte die Zeit mit Erkunden und Fotografieren und brach dann nach Mérida auf, das ca. 1 h entfernt liegt. Der Regen begrüßte uns dort und zum Glück hatte Herr Fuchs Regenjacken und Schirm mit, den er vergesslichen Kollegen gern auslieh.

Die historischen Ruinen in Mérida sind Teil des Unesco Weltkulturerbes, und einfach unglaublich gut erhalten. Am tollsten für unsere Schüler war, dass man alles anfassen konnte, überall herumspringen und in alle Gänge und Öffnungen hineinkriechen konnte. Ein wahres Abenteuer. Die langweiligeren Wesen unter uns verbrachten die Zeit mit Fotografieren und dabei hatten wir viel Spaß. Es gibt da einige lustige Photos, auf denen man sogar Herrn Fuchs `Regenschirm sehen kann, den Frau Stebbing vor lauter Begeisterung an einer Statue vergessen hat.

Später dann hatten wir wieder freie Zeit zum Erkunden und gingen auf Souvenirjagd in die Altstadt. Ein wunderschöner Ort, mit unendlich vielen Gassen, Winkeln und historischen Ecken. Da Merida an einem Fluss liegt, war es im alten Rom ein wichtiger Ort.
Spät ging es zurück nach Villafranca und dort wurden die Lehrer von den spanischen Kollegen in ein typisches Tapas Restaurant geführt, und es war super lecker. Anschließend aber sollten wir Karaoke auf Spanisch singen – na das traute sich nur Herr Fuchs.
Es war ein sehr schöner Abend!
 

26 Oktober 2012


Morgens um 8.15 Uhr wurden wir von den spanischen Kollegen abgeholt, wir sollten die spanische Schule von oben bis unten besichtigen. Herr Norkowski und Frau Stebbing mussten laufen – durch den Regen. Man hatte uns vergessen. Also trabten wir den Schülern hinterher.

In Spanien wird in der 8. Klasse angeboten, eine Ausbildung zu machen. Dafür gibt es auch Werkstätten, in diesem Fall Autowerkstätten, mit Lackiererei und Crashtest-Vorrichtung. Unsere Schüler würden vor Neid erblassen. Die Schüler, die statt klassischem Unterricht die praktische Version wählen, können nachher trotz allem noch Abitur machen, denn die Hauptfächer müssen alle Schüler weiter besuchen. Wir waren schwer beeindruckt, denn diese Idee wird den Interessen der Schüler gerecht und lässt ihnen trotzdem den Raum zur Entwicklung und alternativen Entscheidungen. Leider will die spanische Regierung dieses Schulsystem umstrukturieren, um Kosten zu sparen. Dann ging es direkt weiter in den Chemieunterricht, und Herrn Fuchs packte das Entsetzen, denn die Sicherheitsvorkehrungen sind etwas entspannter als in Deutschland. Heiße, brodelnde Töpfe und defekte Steckdosen sind bei uns nicht erlaubt. Die spanischen Schüler arbeiteten fleißig und der Lehrer erklärte alles geduldig – eben genau wie bei uns auch.

Anschließend besichtigten wir die größte Winzerei der Stadt Villafranca. Die Weinlese und Verarbeitung war nun vorbei, und man durfte alles besichtigen. Rotwein ist eine Spezialität der Gegend und wie wir feststellten, wird er auch nach Schottland, Italien und Deutschland in die Supermärkte geliefert. Schließlich ging es in kleine Feinkostläden, um den örtlichen Schinken zu probieren, wir wurden verwöhnt.
Nachmittags ging es für die Lehrer auf eine Finca zum Grillen, ein spanischer Kollege hatte uns in sein Sommerdomizil eingeladen. Und tatsächlich, es wurde endlich warm, Frau Mohr bekam sogar ein wenig Sonnenbrand. Frau Stebbing musste mit den anderen Koordinatoren des Projektes arbeiten und die letzten Entscheidungen und Termine vereinbaren. Bei diesem Grillnachmittag wurden viele Informationen über die verschiedenen Schulsysteme ausgetauscht, in Italien müssen die Lehrer auch samstags arbeiten, und haben dann einen Tag in der Woche frei. Alle anderen Lehrer müssen viel weniger Stunden unterrichten als wir in Deutschland. Die Schotten schicken ihre Zentralen Abschlussprüfungen zur Korrektur weg, die Spanier teilweise, und Italiener und Deutsche müssen alles selber korrigieren. Inzwischen hatten sich alle Lehrer besser kennengelernt und waren in Gespräche vertieft. Natürlich kam hier auch das Lachen nicht zu kurz. Wobei es ganz schön schwierig ist, Witze in englischer Sprache zu erzählen, ohne die Pointe zu ruinieren. Und man konnte Mandeln und Granatäpfel vom Baum pflücken, und Oliven aller Arten kosten. Übrigens stehen die Spanier bei diesen festlichen Anlässen, Stühle gab es nicht. Trotzdem haben alle Spanierinnen hohe Schuhe an, wir waren beeindruckt.

Abends gab es das spezielle Abschiedsdinner in einem spanischen Restaurant, für die Schüler, Gasteltern, Lehrer und natürlich auch Schulleiter. Das Essen an langen Tischen sah zum Anbeißen aus, aber schon wieder keine Stühle. Der Schulleiter hielt ganz entspannt eine Rede, und dann legte der DJ auf. Alle Spanier tanzten, egal wie alt. Wir wurden mitgerissen zu Polonaisen, Ententanz auf Spanisch und den klassischen spanischen Tänzen. Es dauerte nicht lange und alle Schüler waren mit Begeisterung dabei. Stundenlang ging es so weiter und schließlich gab es dann auch moderne Popmusik, zur Begeisterung aller Austauschschüler. Alle verstanden sich großartig und hier gab es schon die ersten Tränen, denn der Abschied nahte.
 

27 Oktober 2012


Nach sehr kurzer Nacht ging es um 9 Uhr in Richtung Sevilla, darauf hatten wir uns alle sehr gefreut. Unterwegs mussten wir leider länger anhalten, denn eine italienische Lehrerin war erkrankt und musste wieder zum Hotel zurück. In der Zwischenzeit aßen wir, was wohl? Na klar, Baguette mit spanischem Schinken. Endlich hielten wir mittags am “Spanischen Platz” in Sevilla und machten Fotos bei wunderschönem Sonnenwetter.
Weiter ging es zur Stadtmitte und einem von 4 historischen Rathäusern. Anschließend gab es Freizeit für Schüler und Lehrer, und in Kleingruppen erkundete jeder die Stadt. Viele unserer Fotos von Sevilla könnt ihr auf Facebook oder unserer Homepage sehen. Sevilla ist die viertgrößte spanische Stadt und hat 703.000 Einwohner, dementsprechend gab es dort viel zu sehen. Die Damen waren vor allem von den Unmengen an Schuhgeschäften begeistert, an mindestens 30 Schuhgeschäften sind wir vorbei gegangen, und es gab an Stoffen und Farben eine Wahnsinnsauswahl, leider muss man kleine Füße haben, bei Größe 40 ist Schluss.
Die Schüler kauften Souvenirs, machten Fotos und fanden endlich – ein Fastfood Restaurant, nach 4 Tagen ohne Cheeseburger kam ihnen das sehr gelegen.
Die Lehrer besichtigten die berühmte Kathedrale und dann war es auch Zeit für die Rückfahrt nach Villafranca. Die Lehrer trafen sich abends noch ein letztes Mal in gemütlicher Runde und dann hieß es Koffer packen.
 

28. Oktober 2012


Am nächsten Morgen um 7.45 Uhr war Abfahrt, und die Schüler verabschiedeten sich unter Tränen, egal ob Junge oder Mädchen. Die Spanier gaben ihren Gastkindern Abschiedsgeschenke mit, sogar für die Eltern, und man versprach, in Kontakt zu bleiben.
Alle Schulen bekamen eine CD mit sämtlichen Fotos, die ein rasender Reporter aus Spanien in der Woche aufgenommen hatte, und einige davon könnt ihr hier auf der THS Webseite sehen.

Dieser erste Besuch unseres ersten Comenius Projektes war ein voller Erfolg – internationale Verständigung, Abbau von Vorurteilen, Respekt für andere Kulturen… Ganz einfach: Wir haben uns alle prima verstanden und freuen uns, an diesem Projekt gemeinsam arbeiten zu dürfen. Wir danken unseren spanischen Gastgebern für ihre Herzlichkeit und Freundlichkeit und bedanken uns auch bei den spanischen Lehrern, die einen Großteil ihrer Freizeit opferten und uns eine sehr schöne Zeit bereitet haben.                                                                       

 Sb  

 

>>>>  zum Bericht der Schüler

>>>>   zur Fotogalerie


 

comenius_espana_002

comenius_espana_003

comenius_espana_005

comenius_espana_008

comenius_espana_009

comenius_espana_027

comenius_espana_031

comenius_espana_038

comenius_espana_017

comenius_espana_035

comenius_espana_015

comenius_espana_007

comenius_espana_019

comenius_espana_024

comenius_espana_025

comenius_espana_034

comenius_espana_028

comenius_espana_040

comenius_espana_029

comenius_espana_042

comenius_espana_026

comenius_espana_012

comenius_espana_011

comenius_espana_021

comenius_espana_030

comenius_espana_018